Gesundes Poulet ? Krankes System!

Die Schweiz, bekannt für den Export von Uhren, Maschinen, Schokolade und Käse exportiert auch weniger vornehme Güter, zum Beispiel Hühnermist. Allein aus dem Kanton St.Gallen, einem mittelgrossen Schweizer Kanton, wurden 2015 über 600 Tonnen dieser stinkenden Fracht ausser Landes gebracht – per LKW bis in die östlichen Bundesländer Deutschlands. Da derzeit in der Ostschweiz etwa alle zwei Monate ein neuer Pouletmastbetrieb entsteht, wird dieser unappetitliche Export noch zunehmen. Und weil nichts über den freien Warenhandel geht, wird das Futter für die „Schweizer“ Poulets weitgehend importiert. Wie krank kann ein System eigentlich sein? http://www.bafu.admin.ch/landwirtschaft/15452/16687/16697/index.html?lang=de

Kühe mit Namen: Haus- oder Nutztiere?

Haus- oder Nutztiere? In der traditionellen, nicht industriellen Tierhaltung sind sie beides. Auch bei uns wohnte die Bauernfamilie früher meist unter einem Dach mit ihren Tieren. Die Nutztiere waren gleichzeitig Haustiere. Der Kontakt mit ihnen war eng, aber nicht so eng, dass man sie nicht schlachten konnte. Der Tod – von Menschen und Tieren – war (und ist immer noch in vielen Teilen der Welt) im Alltag viel präsenter. „Heimtiere“ im heutigen Sinn gab es kaum. Selbst der Hund und die Katze hatten ihre Aufgabe auf dem Hof. In der industriellen Massentierhaltung sind die Tiere nur noch Nummern. Das hat viel mit der Würde des Tieres zu tun. Und mit der Würde des Menschen. Ist ein menschenwürdiger Job in einer Grossmästerei oder am Fliessband in einem Schlachthof denkbar?

Pferde als Kanonenfutter?

Die deutsche Wehrmacht: eine vollmotorisierte Armee? Fehlanzeige. 1944 standen gemäss Bundesarchiv 930’000 Pferde im Kriegsdienst. Insgesamt wurden im Zweiten Weltkrieg allein auf deutscher Seite 2’800’000 Pferde eingesetzt. Und die Verluste waren hoch: 1944 starben monatlich rund 30’000 Pferde. Im Ersten Weltkrieg war es noch schlimmer: Rund 8 Millionen Pferde wurden allein im Dienste der Britischen Armee erschossen, vergast oder zu Tode geschunden. Beim Hyde Park in London gibt es ein Mahnmal für die Tiere, die in den Kriegen für die Menschen das Leben opfern mussten. „They had no choice“ ist auf der Mauer zu lesen. Unnötig zu erwähnen, dass auch Millionen von Menschen keine Wahl hatten.

An Tieren für den Krieg üben?

Soldaten aus Grossbritannien, Norwegen, Dänemark und den Niederlanden werden in Trauma-Trainings an lebenden Tieren ausgebildet. Sie erstechen oder erschiessen lebende Schweine und andere Tiere mit Hochgeschwindigkeitsmunition oder trennen ihnen die Gliedmassen ab, um das Amputieren zu üben. Manchmal nähen die Soldaten die abgetrennten Beine wieder an, bevor die Tiere schliesslich getötet werden. Dies der Stand 2014 in unserem Europa. Ob sich an diesen perversen Übungen mittlerweile etwas geändert hat? Und was geschieht wohl im Geheimen  fürs Militär in vielen Ländern auf anderen Kontinenten? http://www.peta.de/traumatrainingseu#.V5an diest7TX_HB5

Wieso grillieren Männer öfter Fleisch als Frauen?

Weil der Mann früher die Jagdbeute heimbrachte? Weil Männer lieber Fleisch essen als Frauen? Weil man Bier dazu trinkt? Weil es relativ simpel ist? Weil es eine der letzten Bastionen ist, welche der Mann hält und die ihm nicht von der Frau streitig gemacht wird?

Wer soll nun was glauben?

Kürzlich hat Agroscope, die landwirtschaftliche Forschungsanstalt des Bundes, eine Studie veröffentlicht. Ein Kilogramm Fleisch aus Weidemast soll eine schlechtere Ökobilanz aufweisen als ein Kilogramm Fleisch aus Grossviehmast. Knapp zwei Jahre vorher kam eine andere Studie zum gegenteiligen Schluss. Begründung der neuen Studie: Weiderinder erhalten weniger Kraftfutter und brauchen deshalb zwanzig Monate bis zur Schlachtung –fünf Monate mehr als Tiere aus Grossviehmast. Sie fressen deshalb mehr und produzieren entsprechend mehr Methan. Wie bitte? Welche Schlüsse soll der Konsument daraus ziehen? Ist es Zufall, dass der Fleischproduzent Micarna die Studie in Auftrag gegeben hat? Und dass das Tierwohl dabei vollständig ausgeblendet wird?

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/das-bild-der-gluecklichen-rinder-erhaelt-einen-kratzer/story/26523274

Himmeltraurig!

Diesmal keine Frage, sondern eine Anklage. Als „Die Hölle auf Erden“ beschreiben der Tierschutzbund Zürich und seine Partnerorganisation Animal Welfare Foundation die Situation der Schlachttiere an der bulgarisch-türkischen Grenze. Über 1,7 Millionen Schafe, Rinder und Ziegen wurden zwischen 2010 und 2015 aus der EU in die Türkei exportiert – notabene in ein Land, das sich weigert, das „Europäische Übereinkommen über den Schutz von Tieren beim internationalen Transport“ zu ratifizieren. Für 2016 wird mit einem weiteren Anstieg der Exporte gerechnet. 70% der kontrollierten Tiertransporte verstossen gegen die geltende EU Tiertransportverordnung. Und die EU schaut dem Skandal tatenlos zu und blockiert Verbesserungen. Weil das Geschäft zu gut ist. Eine Riesenschande für Europa.

http://tierschutzbund-zuerich.ch/

Darf Fliegen klatschen Spass machen?

Fliegen können sehr lästig sein und es gibt zweifellos schlimmere Sünden als das Töten von Fliegen. Aber Spass?

Ausgerechnet China?

Ausgerechnet China als Vorbild? Für einmal darf das Reich der Mitte, das punkto Tierwohl sonst nie punktet, als Vorreiter gelobt werden. Auch wenn es natürlich überhaupt nicht um das Wohl der Tiere, sondern um Ökologie und Gesundheit geht. Trotzdem: China will den Fleischkonsum (heute 63 kg pro Person) bis 2030 auf sage und schreibe die Hälfte reduzieren. In der gross angelegten Kampagne sollen sogar Hollywood Grössen wie James Cameron und Arnold Schwarzenegger mitmachen. Ob den Worten auch Taten folgen werden?

Ein trauriges Herz für ein trauriges Tier?

Als „schlimmste Auswüchse der tierexperimentellen Forschung“ und „ein Verbrechen an Mensch und Tier“ bezeichnet die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche die in den Medien als Riesenerfolg dargestellte Meldung, dass in den USA ein Affe zweieinhalb Jahre mit einem Schweineherzen überlebt hat. Tierversuche mit dem Ziel, Tierorgane auf Menschen zu verpflanzen, sind mit ungeheurem Leid für die Tiere und einem unkalkulierbaren Risiko sowie falschen Hoffnungen für die Patienten verbunden.