An Tieren für den Krieg üben?

Soldaten aus Grossbritannien, Norwegen, Dänemark und den Niederlanden werden in Trauma-Trainings an lebenden Tieren ausgebildet. Sie erstechen oder erschiessen lebende Schweine und andere Tiere mit Hochgeschwindigkeitsmunition oder trennen ihnen die Gliedmassen ab, um das Amputieren zu üben. Manchmal nähen die Soldaten die abgetrennten Beine wieder an, bevor die Tiere schliesslich getötet werden. Dies der Stand 2014 in unserem Europa. Ob sich an diesen perversen Übungen mittlerweile etwas geändert hat? Und was geschieht wohl im Geheimen  fürs Militär in vielen Ländern auf anderen Kontinenten? http://www.peta.de/traumatrainingseu#.V5an diest7TX_HB5

Wieso grillieren Männer öfter Fleisch als Frauen?

Weil der Mann früher die Jagdbeute heimbrachte? Weil Männer lieber Fleisch essen als Frauen? Weil man Bier dazu trinkt? Weil es relativ simpel ist? Weil es eine der letzten Bastionen ist, welche der Mann hält und die ihm nicht von der Frau streitig gemacht wird?

Wer soll nun was glauben?

Kürzlich hat Agroscope, die landwirtschaftliche Forschungsanstalt des Bundes, eine Studie veröffentlicht. Ein Kilogramm Fleisch aus Weidemast soll eine schlechtere Ökobilanz aufweisen als ein Kilogramm Fleisch aus Grossviehmast. Knapp zwei Jahre vorher kam eine andere Studie zum gegenteiligen Schluss. Begründung der neuen Studie: Weiderinder erhalten weniger Kraftfutter und brauchen deshalb zwanzig Monate bis zur Schlachtung –fünf Monate mehr als Tiere aus Grossviehmast. Sie fressen deshalb mehr und produzieren entsprechend mehr Methan. Wie bitte? Welche Schlüsse soll der Konsument daraus ziehen? Ist es Zufall, dass der Fleischproduzent Micarna die Studie in Auftrag gegeben hat? Und dass das Tierwohl dabei vollständig ausgeblendet wird?

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/das-bild-der-gluecklichen-rinder-erhaelt-einen-kratzer/story/26523274

Himmeltraurig!

Diesmal keine Frage, sondern eine Anklage. Als „Die Hölle auf Erden“ beschreiben der Tierschutzbund Zürich und seine Partnerorganisation Animal Welfare Foundation die Situation der Schlachttiere an der bulgarisch-türkischen Grenze. Über 1,7 Millionen Schafe, Rinder und Ziegen wurden zwischen 2010 und 2015 aus der EU in die Türkei exportiert – notabene in ein Land, das sich weigert, das „Europäische Übereinkommen über den Schutz von Tieren beim internationalen Transport“ zu ratifizieren. Für 2016 wird mit einem weiteren Anstieg der Exporte gerechnet. 70% der kontrollierten Tiertransporte verstossen gegen die geltende EU Tiertransportverordnung. Und die EU schaut dem Skandal tatenlos zu und blockiert Verbesserungen. Weil das Geschäft zu gut ist. Eine Riesenschande für Europa.

http://tierschutzbund-zuerich.ch/

Darf Fliegen klatschen Spass machen?

Fliegen können sehr lästig sein und es gibt zweifellos schlimmere Sünden als das Töten von Fliegen. Aber Spass?

Ausgerechnet China?

Ausgerechnet China als Vorbild? Für einmal darf das Reich der Mitte, das punkto Tierwohl sonst nie punktet, als Vorreiter gelobt werden. Auch wenn es natürlich überhaupt nicht um das Wohl der Tiere, sondern um Ökologie und Gesundheit geht. Trotzdem: China will den Fleischkonsum (heute 63 kg pro Person) bis 2030 auf sage und schreibe die Hälfte reduzieren. In der gross angelegten Kampagne sollen sogar Hollywood Grössen wie James Cameron und Arnold Schwarzenegger mitmachen. Ob den Worten auch Taten folgen werden?

Ein trauriges Herz für ein trauriges Tier?

Als „schlimmste Auswüchse der tierexperimentellen Forschung“ und „ein Verbrechen an Mensch und Tier“ bezeichnet die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche die in den Medien als Riesenerfolg dargestellte Meldung, dass in den USA ein Affe zweieinhalb Jahre mit einem Schweineherzen überlebt hat. Tierversuche mit dem Ziel, Tierorgane auf Menschen zu verpflanzen, sind mit ungeheurem Leid für die Tiere und einem unkalkulierbaren Risiko sowie falschen Hoffnungen für die Patienten verbunden.

Darf man im Namen einer Religion Tiere leiden lassen?

Wer dazu Nein sagt, begibt sich –  wie bei allem, was mit religiösen Gefühlen zu tun hat – aufs Glatteis. Die Einführung des schweizerischen Schächtverbots auf Grund einer Volksinitiative 1893 hatte antisemitische Hintergründe. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass das betäubungslose Schächten mit unnötigen Schmerzen für das Tier verbunden ist. Moderne Betäubungsmethoden standen zur Zeit der Einführung des Schächtens noch nicht zur Verfügung. Doch heute sind rituelle Schlachtungen ein anachronistisches und unnötiges Leiden verursachendes Prozedere. Das darf – ja muss – man hart kritisieren. Doch nur auf Juden und Moslems zu zeigen und dabei auszublenden, dass auch Christen sehr unzimperlich mit Tieren umgehen (z.B. gerade bei der Betäubung, siehe Beitrag „Amtlich bewilligte Tierquälerei in deutschen Schlachthöfen?“ vom Mai 2016), löst das Problem auch nicht.

 

Heilige Tierquälerei?

Jetzt rennen sie wieder durch Pamplona. Beim jährlichen Sanfermines Fest werden an acht Tagen je sechs Stiere durch die Gassen der Altstadt getrieben – getrieben von Hunderten von Testosteron getriebenen jungen Männern. Mitleid mit den Verletzten unter ihnen ist nicht angesagt, schliesslich tun sie es freiwillig und werden erst noch professionell verarztet. Ganz im Gegensatz zu den verletzten und letztlich getöteten Stieren, die keine Wahl haben. Was sagt eigentlich die Kirche zu diesem unwürdigen Fest zu Ehren eines Heiligen?

Tierquälerei: ein Problem der unteren Gesellschaftsschichten?

Wenn in den Medien über Tierquälerei berichtet wird, stehen oft „Randgruppen“ am Pranger: der überforderte Bauer, der seine Tiere vernachlässigt, die alte Frau, die aus Mitleid zu viele Katzen aufnimmt und der alles über den Kopf wächst. Selten hört man Fragen zum Tierwohl bei den Vergnügungen der oberen Gesellschaftsschichten, beim Polosport, bei Pferderennen oder bei der Grosswildjagd.

Nächstes Mal: Heilige Tierquälerei?