Mutter und Kind gleich nach der Geburt trennen?

Bei Menschen undenkbar – in der „normalen“ Milchkuhhaltung Alltag, leider auch auf Biohöfen. Lässt man die Kälber länger bei ihren Müttern, wird die Trennung immer schwieriger. Und schliesslich ist die Milch der Mutter für die Menschen bestimmt, nicht für den eigenen Nachwuchs. Dieser wird ja, insbesondere bei Stierkälbern, ohnehin bald geschlachtet.

P.S. Der Mensch ist das einzige Säugetier, das noch als Erwachsener Milch trinkt – und sogar artfremde.

Nächstes Mal: Tierisch = negativ?

Na und?

„Katze zu Tode gequält!“ Die Reaktion vieler Menschen bei solchen Meldungen: Tierquälerei! Grauenhaft! Muss streng bestraft werden!

„160’000 Schweine allein heute allein in Deutschland geschlachtet.“ Die Reaktion derselben Menschen: Na und? Es sind eben Schweine, die sind nun mal zum Essen da. Empathie für Nutztiere? Fehlanzeige.

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Humanes Schlachten?

Wenn man das Wort „human“ im Zusammenhang mit Schlachten überhaupt verwenden darf, dann am ehesten noch wenn ein Tier auf dem Hof, wo es artgerecht lebte, ohne Transport ins Schlachthaus getötet wird. Wie es der Biobauer Nils Müller aus Küsnacht ZH macht (http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Schlachter-mit-Herz/story/22751018). Damit hat das heutige industrielle Schlachten am Fliessband nichts zu tun. Human ist dort rein gar nichts, auch nicht der Beruf derjenigen, an die das Töten delegiert wird.

Nächstes Mal: Na und?

Tierquälerei = Kavaliersdelikt?

Werden Kinder, die Tiere quälen, später gewalttätige Erwachsene? Diese These ist umstritten und nicht bewiesen. Doch es gilt als gesichert, dass sadistisch motivierte Taten ihren Anfang oft mit Tierquälerei nehmen. Untersuchungen in den USA haben gezeigt, dass 85% der Opfer, die ein Frauenhaus aufsuchten, auch über Tierquälerei in der Familie berichteten. http://www.sonntagszeitung.ch/read/sz_29_11_2015/gesellschaft/Und-kein-Hahn-kraeht-danach-50042

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Amtlich bewilligte Tierquälerei in deutschen Schlachthöfen?

Vierzig von insgesamt sechzig Millionen jährlich in Deutschland getöteten Schweinen werden vor dem Schlachten mit CO2 betäubt – so geht es am schnellsten und billigsten. Doch bis das Gas wirkt, zeigen die Tiere heftige Erstickungssymptome. Sie geraten in Panik, bäumen sich auf, schreien laut und versuchen in Todesangst, hochzuspringen. In diversen wissenschaftlichen Studien wurde diese Betäubungsmethode als tierschutzwidrig bezeichnet.

http://www.peta.de/CO2BetaeubungSchweine#.VxD3JEf_HB5

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Gentech: das allerschlimmste für Tiere?

Nicht unbedingt. Ganz ohne Gentechnik haben wir schon monströse Hochleistungsrassen gezüchtet: Die Kälber der Fleischrasse „Weissblaue Belgier“ sind schon im Mutterleib so gross, dass sie meist nur per Kaiserschnitt geboren werden können. Holstein Milchkühe geben im Schnitt etwa 8’000 Kilogramm Milch pro Jahr, Spitzentiere weit über 10’000 Kilogramm. Für die Aufzucht eines Kalbes würden 2’500 Kilogramm genügen. Legehennen produzieren bis zu 300 Eier pro Jahr, dann sind sie ausgelaugt und werden getötet. Mehr Monstrositäten: http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/standard/Zugelassen-aber-nicht-willkommen/story/28544083

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Tiere wie einen Staubsauger patentieren?

1988 wurde die Harvard Krebsmaus als erstes Tier patentiert. Heute gibt es Tausende von Patenten auf Tiere, Zellen oder Gene. Doch die Erwartungen der Forscher haben sich nicht erfüllt und der Widerstand aus der Zivilgesellschaft wächst, insbesondere für Patente auf genveränderte Tiere. Die US-Behörden haben kürzlich einen „Turbo-Lachs“ für den menschlichen Verzehr zugelassen. Er wächst rund zwei Mal schneller wie der herkömmliche Zuchtlachs und ist damit rentabler. Die Konsumenten sind skeptisch, vor allem weil der Turbo-Lachs nicht als Gentechprodukt deklariert werden muss. Die Grundfrage aber bleibt. Dürfen Lebewesen patentiert werden wie ein Staubsauger? Man kann sich dagegen wehren: https://no-patents-on-seeds.org/de/aktion/keine-patente-pflanzen-tiere

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Millionenfacher Kindermord?

Hochleistungs-Legehühner legen im ersten Jahr ihres Lebens rund 320 Eier, dann sind sie ausgelaugt. Die frühzeitig ausrangierten Arbeiterinnen werden geschlachtet und zu Wurst oder Biogas verarbeitet. Die Hühner sind nach menschlichen Massstäben eigentlich noch Kinder, sie haben gerade mal 10 Prozent ihrer natürlichen Lebenserwartung erreicht. So gesehen werden ihre Brüder, die männlichen Küken der Legerassen, bereits als Säuglinge, nämlich gleich nach dem Schlüpfen vergast oder geschreddert. 2 Millionen jährlich allein in der Schweiz und 5 Milliarden weltweit. Die Hühner sind natürlich keine Ausnahme. Die allermeisten Nutztiere müssen früh sterben. Dann nämlich, wenn sie für die Menschen nicht mehr rentieren. So viel zur Würde des Tieres, deren Schutz seit 2008 im Schweizer Tierschutzgesetz steht.

http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/eier-fabrik-das-marathon-huhn-ld.9859

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Haifischflossensuppe, gibt’s das noch?

Leider ja. Für die asiatische Küche werden jährlich geschätzte 70 Millionen Haie gefangen. Meist werden ihnen die Flossen noch auf den Schiffen bei lebendigem Leib abgeschnitten, bevor die verstümmelten Tiere als Abfall über Bord geworfen werden, wo sie qualvoll sterben. Zudem ist bekannt, dass oft Delfinfleisch an die Angelhaken gehängt wird. Die Organisation Ocean Care schätzt, dass allein in Peru jährlich 15’000 Delfine dafür getötet werden. https://www.oceancare.org/de/projekteundkampagnen/kampagnen/delphinjagdperu/

P.S. Der Schweizer Ständerat lehnte im Juni 2015 ein Importverbot für Haifischflossen ab.

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Tierliebe und Fleischkonsum – kein Widerspruch?

Viele Haustierhalter scheinen kein Problem damit zu haben, ihre Schützlinge zu vergöttern und gleichzeitig ohne schlechtes Gewissen billiges Fleisch zu kaufen. Die auf Abwege geratene Tierliebe zu den Heimtieren bis hin zu Schönheitswettbewerben von Qualzuchten auf der einen und der masslose Fleischkonsum aus Massentierhaltung auf der anderen Seite sind letztlich zwei Seiten derselben Medaille. Beide widerspiegeln die zunehmende Entfremdung der Menschen von der Natur.

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