Januar2016

Sind Veganer extrem?

Ja. Extrem selten. In der Schweiz verzichten laut Umfragen weniger als 1% der Bevölkerung konsequent auf tierische Produkte. Die Zahl der Vegetarier stagniert seit 20 Jahren bei rund 3%, darunter mehr als doppelt so viele Frauen wie Männer. In einer kürzlichen Umfrage sagten vor allem Frauen und unter 30-Jährige, dass sie weniger oder weniger oft Fleisch essen. Demgegenüber stehen aber die harten Fakten der Statistik: 2014 stieg der Fleischkonsum pro Kopf der Schweizer Bevölkerung um 0.9% auf 52,4 kg.

Nächstes Mal: Ist ein toter Mensch ein Kadaver?

Warum gibt es viel mehr Tierrechts- und Tierschutz-Aktivistinnen als Aktivisten?

Und wieso viel mehr Tierquäler als -quälerinnen? Haben Frauen mehr Mitgefühl mit allem was lebt? Während es im Durchschnitt keine grossen Unterschiede in der Einstellung zu den Tieren bezüglich Männern und Frauen gibt, sind die Unterschiede bei den Extremen markant. Bei Tierquälern dominieren Männer, bei den Tierschützern und Tierrechtlern die Frauen. Auch den Beginn der Tierschutzbewegung prägten fast durchwegs Frauen, oft verbunden mit dem Kampf für ihre eigenen Rechte.

Nächstes Mal: Sind Veganer extrem?

Tierversuche als Irrweg?

Kürzlich erlitten in Frankreich sechs Testpersonen bei der klinischen Prüfung eines neuen Medikaments schwere Nebenwirkungen, ein Mensch ist bereits hirntot. Tierversuche wiegen Menschen in falscher Sicherheit, schreibt die deutsche Vereinigung „Ärzte gegen Tierversuche“. Sie weist auf kürzlich bekannt gewordene Studien hin, die aufzeigen, dass 95 % der in Tierversuchen für sicher und wirksam befundenen Arzneien beim Test an Menschen versagen. 2004 waren es gemäss einer Studie der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA 92 % – die Präparate wirkten nicht, anders oder schädigten den Menschen Der Ärzteverein fordert einen Paradigmenwechsel weg vom Tierversuch, hin zu innovativen und zuverlässigen Testmethoden, die für den Menschen aussagekräftige Ergebnisse liefern: http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/presse/aktuelle-pressemitteilungen/2058-medikamentenskandal-in-frankreich

Nächstes Mal: Warum gibt es viel mehr Tierrechts- und Tierschutz-Aktivistinnen als Aktivisten?

Wie alt wird ein Hummer?

An die hundert Jahre, vorausgesetzt er landet nicht im Kochtopf eines Nobelrestaurants. Wie es den 130’000 jährlich lebend in die Schweiz importierten Hummern ergeht, schreibt die grüne Politikerin Maya Graf in ihrer Motion vom September 2015 und verlangt ein Importverbot für lebende Hummer, Langusten und Krabben. Bravo! (http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20153860) Nun wird geprüft, ob ein Verbot des Lebendtransports und die Tötungsmethode in kochendem Wasser möglich ist. Dranbleiben und registrieren, welche Parlamentarier das Vorhaben unterstützen. Und welche nicht.

Nächstes Mal: Tierversuche als Irrweg?

JBS – nie gehört?

Den Namen sollten wir uns aber merken. Hinter den drei unscheinbaren Buchstaben steckt der grösste weltweit tätige Fleischkonzern mit Sitz in Brasilien und Kunden in mehr als 150 Ländern. Über 200’000 Mitarbeitende an 340 Standorten schlachten und verarbeiten 85’000 Rinder, 70’000 Schweine und 12 Millionen Vögel. Nein, nicht pro Jahr. Täglich. (http://www.bund.net/themen_und_projekte/landwirtschaft/service/materialien/fleischatlas/2014/)

Das nächste Mal: Wie alt wird ein Hummer?

Handschuhe aus Hundeleder?

Das meiste Leder auf dem Weltmarkt kommt aus China, wo es kein Tierschutzgesetz gibt. Einem Ermittler von PETA gelang es, ein schockierendes und verstörendes Video von der Schlachtung von Hunden zu machen (http://leder.peta.de/hundeleder-2/). Laut einem Mitarbeiter werden in dieser Tötungsstation täglich 100 bis 200 Hunde erschlagen und gehäutet. Als das Video entstand, befanden sich etwa 300 lebende Hunde in der Anlage und warteten auf ihre Schlachtung. Aus Hundeleder werden Handschuhe und andere Accessoires hergestellt. Im undurchsichtigen globalen Lederhandel könnte falsch deklariertes Hundeleder auch in Europa landen.

Am Dienstag: JBS – nie gehört?

Kätzchen gerettet! Alles gut?

Nichts lesen tierliebende Mitmenschen lieber als solche Meldungen: Pferd aus Schlammloch befreit, Schwan von der Autobahn gerettet, Kätzchen von der Feuerwehr vom Dach heruntergeholt – das macht die Welt ein bisschen besser und hinterlässt ein gutes Gefühl. Hilft uns aber auch dabei, die Gräuel der Massentierhaltung und das eigene Essverhalten zu verdrängen.

Am Freitag: Handschuhe aus Hundeleder?

Veganer zahlen für Fleischwerbung?

„Schweizer Fleisch – alles andere ist Beilage“: Wir alle zahlen hier kräftig mit. Von den rund 20 Millionen Franken Jahreseinnahmen von Proviande, der Branchenorga­ni­sa­tion der Schweizer Fleisch­wirtschaft, stammen über 60% aus der Bundeskasse. Das ist ärgerlich und völlig daneben. Etwa so daneben wie Werbung für Schweizer Waffen und Munition durch die RUAG, die dem Bund gehört.

P.S. Die Fleischwerbung ist ziemlich gut gemacht. Was schade ist.

Am Dienstag: Kätzchen gerettet! Alles gut?

6’000 Tiere? So viele sind das auch wieder nicht, oder?

„Nur“ 6’000 Nutztiere werden in der Schweiz geschlachtet? Stimmt. Es sind aber nicht 6’000 pro Jahr. Auch nicht pro Woche. Auch nicht pro Tag. Es sind 6’000 jede Stunde, jahraus und jahrein. Über 55 Millionen Nutztiere jährlich, allein in der kleinen Schweiz. Fische und Krustentiere sind dabei noch nicht eingerechnet. Doch selbst diese Menge reicht nicht aus, um den Fleischhunger der Schweiz zu befriedigen. Zusätzlich muss noch ein Fünftel vom Ausland importiert werden.

Am Freitag: Veganer zahlen Fleischwerbung?

 

Genfer viel tierliebender als St. Galler?

Die Analyse der Stiftung für das Tier im Recht zu den Tierschutz-Strafverfahren im Jahr 2014 (http://www.tierimrecht.org/de/news/2015/11/Auswertung_Tierschutzstrafpraxis_2014.php) zeigt: Im Kanton Genf gab es nur 7 Fälle von verfolgten und bestraften Tierschutzdelikten (0.15 Fälle pro 10’000 Einwohner), im Kanton St. Gallen hingegen 245 Fälle (4.94 Fälle pro 10’000 Einwohner). Daraus zu schliessen, die Genfer würden ihre Tiere sehr viel besser behandeln als die Ostschweizer wäre aber komplett falsch. Es ist vielmehr so, dass Tierschutzdelikte in einigen Kantonen nach wie vor kaum verfolgt und bestraft werden.

Am Dienstag: 6’000 Tiere? So viele sind das auch wieder nicht, oder?