Februar2016

Haben Veganer keine Tiere auf dem Gewissen?

Doch, haben sie. Für Kunststoffschuhe, fürs Baumwollshirt oder die Tofuproduktion wird zwar kein Tier geschlachtet, doch bei jeder Erdölbohrung und bei jedem Anbau von Pflanzen kommen Tiere ums Leben. Der entscheidende Unterschied ist natürlich, dass Veganer das ungewollt in Kauf nehmen müssen. Und dass es nichts zu tun hat mit der industriellen Aufzucht und Tötung von Tieren.

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Tausende von Hühnern = „Land“-Wirtschaft?

Hühnerfabriken – vor allem solche mit Boden- oder sogar Käfighaltung – haben mit Landwirtschaft rein gar nichts zu tun, ausser dass sie auf Landwirtschaftsland stehen, was raumplanerisch ein Unding ist. Sie sind auch keine Hühnerfarmen, wie es oft verharmlosend heisst. Hühnerfabriken würden, wenn überhaupt, in die Industriezone gehören. Aber sie passen eigentlich nirgendwo hin und gehören boykottiert und ganz abgeschafft.

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Wer hat es leichter, mit sich selber im Reinen zu sein?

Überzeugte Veganer oder eingefleischte Fleischesser? Beide haben es insofern nicht so schwer, weil sie mit ihrer Einstellung auf festem Boden stehen und nicht von Zweifeln geplagt werden. Schwieriger ist es für alle dazwischen, die ab und zu Fleisch, Milchprodukte oder Eier essen oder ihre Haustiere mit Fleisch füttern und sich darüber Gedanken machen.

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Leidet auch der Kopfsalat?

Leidet auch der Kopfsalat, wenn er ausgerissen und verspeist wird? Oder der Baum, der für Bau- oder Brennholz gefällt wird? Auch er ist ein Lebewesen, das wir für unsere Zwecke töten, lange vor dem Ablauf seiner Lebenszeit. Wer weiss das schon? Fragen darf man immer. Wenn solche Argumente aber als Rechtfertigung fürs Fleischessen vorgebracht werden, ist das schon irritierend. Denn bei empfindungsfähigen Tieren wissen wir ganz genau, dass sie für unsere Zwecke leiden. Und noch etwas: Falls Pflanzen auch leiden sollten, wären bei einer veganen Ernährung viel weniger von ihnen betroffen. Denn 40% allen Getreides weltweit landet heute in den Futtertrögen der Nutztiere.

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Tiere human töten und essen?

Vielleicht sterben sie dabei sogar schmerzloser als in der Natur, wo sie von einem anderen Tier gejagt und getötet werden oder einen natürlichen Tod erleiden. Abgesehen von der Frage, was „humanes“ Töten bedeutet und ob es zu welchem Zweck oder überhaupt möglich ist: Auf diese Frage muss jeder seine eigene Antwort finden. Doch eines ist sicher: Mit der heutigen Fleischproduktion hat „human“ gar nichts zu tun.

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Darf man Tiere an Tiere verfüttern?

Falls Nutztiere getötet würden, nur um Futter für Haustiere zu produzieren, wäre das sehr bedenklich – und vielleicht passiert es ja schon. Doch so lange die überwiegende Mehrheit der Menschen Fleisch isst, ist es wohl vertretbar, aus den wenig begehrten Stücken Hunde- und Katzenfutter herzustellen, statt diese zu vernichten. Und wenn schon, am besten gleich in der Metzgerei, ohne industrielle „Veredelung“ mit Zusätzen aller Art. Natürlich kann man Hunde und – schwieriger – auch Katzen vegetarisch oder vegan ernähren. Ob das artgerecht ist? Fragen können wir sie ja nicht.

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War Hitler Vegetarier?

Er liebte wohl Tiere, vor allem seine Hunde, aber was heisst das schon. Vielleicht verzichtete er auf Fleisch auch nur wegen seiner Verdauungsbeschwerden. Wie auch immer, es spielt eigentlich überhaupt keine Rolle. Selbst wenn er Vegetarier war, ist das kein Argument, Fleisch zu essen. Und schon gar keines, Vegetarier zu werden.

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Ist ein toter Mensch ein Kadaver?

Ein toter Mensch ist eine Leiche, ein totes Tier meist ein Kadaver. Oft grenzen wir uns mit verschiedenen Ausdrücken von den Tieren ab: Menschen essen und Tiere fressen (gut, manchmal fressen Erstere auch), ein Tier wirft ein Junges, eine Frau gebärt ein Kind. Nur bei den Haustieren, die wir als Familienmitglieder betrachten, verwischt sich die Grenze. Ein Wildtier verendet, der geliebte Hund aber stirbt und sein toter Körper ist eine Tierleiche, die vielleicht sogar auf dem Tierfriedhof bestattet wird.

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