März2016

Wie lange sind drei Wochen auf dem Meer?

Drei Wochen auf See? Auf einer Kreuzfahrt gehen sie angenehm vorbei. Doch für fast zwei Millionen Schafe, die jährlich von Australien auf überfüllten Transportschiffen in den mittleren Osten transportiert werden, ist es eine Reise ohne Retourticket durch die Hölle in die Hölle. Wenn sie nicht schon auf der Reise sterben, erwartet sie ein weiterer Transport über Land in einen Schlachthof oder einen Hinterhof, wo sie ohne Betäubung geschächtet werden. Wie kann ein zivilisiertes Land so etwas zulassen? Eine Schande für Australien.

http://www.peta.de/lebendexport#thx

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Ist legal auch tierfreundlich?

Wie streng ist die angeblich so strenge Schweizer Tierschutzgesetzgebung, beispielsweise für die Schweine? Sie dürfen ständig im Innern, ohne Auslauf und Tageslicht gehalten werden. Mehr als eine kahle Betonbucht braucht es nicht, Stroh zum Liegen ist nicht vorgeschrieben, nur Beschäftigungsmaterial. Für ein 85kg schweres Tier müssen 0,9 Quadratmeter Platz genügen, für den Transport ins Schlachthaus 0,35 Quadratmeter. Armes Schwein. Auch für Rinder ist kein Auslauf ins Freie vorgeschrieben, ebenso wenig Stroh am Boden. Sie dürfen sogar bis zu 270 Tage im Jahr und bis zu zwei Wochen am Stück im Stall angebunden werden (weitere Beispiele: http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Viele-Tiere-sind-arme-Schweine/story/26083394)

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Welcome to Turkey?

Zynischer geht es kaum: Unter dem riesigen Strassenschild mit der Aufschrift „Welcome to Turkey“ stehen an der Grenze zwischen Bulgarien und der Türkei Dutzende von Viehtransportern und warten auf die Abfertigung. Die erschöpften Rinder und Schafe haben eine viele Tausend Kilometer lange Reise hinter sich, quer durch Europa. Manche sind verletzt oder schon verdurstet. Jetzt stehen sie hier und warten stunden- oder auch tagelang, bis die Formalitäten erledigt sind. Und dann geht die Reise in den Tod weiter: In ein türkisches Schlachthaus, wo die Tiere ohne Betäubung geschächtet werden. Eine weitere Schande für die EU, eine weitere Schande für Europa (http://tierschutzbund-zuerich.ch)

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Wachstum in Deutschland! Toll?

Leider nein. 2015 wurden in deutschen Schlachthäusern rund 780 Millionen Tiere getötet, über zwei Millionen pro Tag. Ein neuer Schlachtrekord. Seit 2000 entspricht das einer Verdoppelung beim Geflügel und einer Zunahme um 42% bei den Schweinen. Und das während vegane Kochbücher boomen und so viele Mitmenschen beteuern, sie würden nur ganz wenig Fleisch essen. Wie geht das auf? Ist nur der stark geförderte Fleischexport schuld? Dieser stieg innert 10 Jahren um 250%.

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Sterbetourismus?

Die Organisation Animals‘ Angels begleitet regelmässig Schlachttiertransporte durch Europa und drängt auf die Einhaltung der ohnehin minimalen Tierschutzvorschriften. Ein Beispiel unter vielen ist die traurige und leider alltägliche Geschichte von Schweinen, die von Spanien bis in den untersten Süden Italiens gekarrt werden, nur weil das Schlachten dort billiger ist. Wie krank ist das System des freien „Waren“-Transports mit empfindungsfähigen Tieren, nur um ein paar Euros zu sparen? Ausgedacht und toleriert von nicht empfindungsfähigen Menschen. Eine Schande für die EU, eine Schande für Europa. https://www.animals-angels.de/projekte/europa/langstrecken-tiertransporte-eu/einsaetze/ansicht/archive/2016/02/15/article/15022016-kontrolle-eines-schweinetransporters.html

P.S. Respekt für das mutige Engagement von Animals‘ Angels! Nur wenige Menschen haben so viel Zivilcourage.

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#TIERLOS  @TIERLOS

Wolfsschutz zu teuer?

Das Wolfskonzept kostet den Bund und die Kantone rund 3.3 Millionen Franken jährlich: 100’000 Franken Entschädigungen für gerissene Nutztiere, 200’000 für die Überwachung der Wölfe und 3 Millionen für den Herdenschutz. 3.3 Millionen Franken sind nicht nichts. Aber relativ wenig, verglichen mit den Subventionen für die Schafhaltung: die kosten uns nämlich rund 40 Millionen Franken pro Jahr, 12x mehr also. (http://www.nzz.ch/schweiz/aktuelle-themen/wolf-in-der-schweiz-geliebt-und-gehasst-ld.5303)

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Vogelschutz für ägyptische Kochtöpfe?

Auf einer Länge von 700 Kilometern, vom Gaza-Streifen bis zur Grenze zu Libyen, stehen an Ägyptens Küsten Netze zum Vogelfang. Gefährdete und bei uns geschützte Vogelarten werden hier lebend gefangen. Dann werden ihnen Schwanz- und Flügelfedern ausgerissen, damit sie nicht mehr fliegen können. Auf den Märkten werden sie lebend oder tot verkauft. Ein einziges Land macht so die Anstrengungen vieler anderer Länder im Vogelschutz zunichte (http://www.swr.de/natuerlich/archiv/vogeljagd/-/id=13431324/did=12112048/nid=13431324/ket8ig/index.html). Wer sich zu Recht darüber empört, darf aber auch bei unserem Umgang mit den Nutztieren in der Massentierhaltung nicht wegsehen und muss sein eigenes Essverhalten hinterfragen.

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Hat Schlachten etwas mit Krieg zu tun?

Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben“, sagte Tolstoi. In den alten Schlachten, wo Mann gegen Mann kämpfte, wurde der Feind auf dem Schlachtfeld abgeschlachtet. Heute geht es sowohl im Krieg wie beim Schlachten von Tieren distanzierter und technischer zu und her. Ferngesteuerte Drohnen und delegiertes, industrielles Schlachten am Fliessband sind nur zwei Seiten derselben Medaille.

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Würde und Wohlergehen?

Beide soll der Mensch respektieren, so will es das Tierschutzgesetz. Tierrechtler würden darunter wohl verstehen: Das Recht der Tiere auf Freiheit, Unversehrtheit und Leben darf nur aus triftigen Gründen verletzt werden. In der Massentierhaltung werden die Tiere aber eingesperrt, ihres arttypischen Verhaltens beraubt, künstlich besamt, sterilisiert oder kastriert, enthornt, die Flügel gestutzt, die Schnäbel gekürzt und mehr. Statt der natürlichen Lebenserwartung gibt es eine ökonomisch optimale Nutzungsdauer, dann wird das Tier vorzeitig getötet. Aus ethischer Sicht ist das alles unnötig und damit moralisch nicht zu rechtfertigen.

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