April2016

Gentech: das allerschlimmste für Tiere?

Nicht unbedingt. Ganz ohne Gentechnik haben wir schon monströse Hochleistungsrassen gezüchtet: Die Kälber der Fleischrasse „Weissblaue Belgier“ sind schon im Mutterleib so gross, dass sie meist nur per Kaiserschnitt geboren werden können. Holstein Milchkühe geben im Schnitt etwa 8’000 Kilogramm Milch pro Jahr, Spitzentiere weit über 10’000 Kilogramm. Für die Aufzucht eines Kalbes würden 2’500 Kilogramm genügen. Legehennen produzieren bis zu 300 Eier pro Jahr, dann sind sie ausgelaugt und werden getötet. Mehr Monstrositäten: http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/standard/Zugelassen-aber-nicht-willkommen/story/28544083

Nächstes Mal: Amtlich bewilligte Tierquälerei in deutschen Schlachthöfen?

Tiere wie einen Staubsauger patentieren?

1988 wurde die Harvard Krebsmaus als erstes Tier patentiert. Heute gibt es Tausende von Patenten auf Tiere, Zellen oder Gene. Doch die Erwartungen der Forscher haben sich nicht erfüllt und der Widerstand aus der Zivilgesellschaft wächst, insbesondere für Patente auf genveränderte Tiere. Die US-Behörden haben kürzlich einen „Turbo-Lachs“ für den menschlichen Verzehr zugelassen. Er wächst rund zwei Mal schneller wie der herkömmliche Zuchtlachs und ist damit rentabler. Die Konsumenten sind skeptisch, vor allem weil der Turbo-Lachs nicht als Gentechprodukt deklariert werden muss. Die Grundfrage aber bleibt. Dürfen Lebewesen patentiert werden wie ein Staubsauger? Man kann sich dagegen wehren: https://no-patents-on-seeds.org/de/aktion/keine-patente-pflanzen-tiere

Nächstes Mal: Gentech – das allerschlimmste für die Tiere?

Millionenfacher Kindermord?

Hochleistungs-Legehühner legen im ersten Jahr ihres Lebens rund 320 Eier, dann sind sie ausgelaugt. Die frühzeitig ausrangierten Arbeiterinnen werden geschlachtet und zu Wurst oder Biogas verarbeitet. Die Hühner sind nach menschlichen Massstäben eigentlich noch Kinder, sie haben gerade mal 10 Prozent ihrer natürlichen Lebenserwartung erreicht. So gesehen werden ihre Brüder, die männlichen Küken der Legerassen, bereits als Säuglinge, nämlich gleich nach dem Schlüpfen vergast oder geschreddert. 2 Millionen jährlich allein in der Schweiz und 5 Milliarden weltweit. Die Hühner sind natürlich keine Ausnahme. Die allermeisten Nutztiere müssen früh sterben. Dann nämlich, wenn sie für die Menschen nicht mehr rentieren. So viel zur Würde des Tieres, deren Schutz seit 2008 im Schweizer Tierschutzgesetz steht.

http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/eier-fabrik-das-marathon-huhn-ld.9859

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Haifischflossensuppe, gibt’s das noch?

Leider ja. Für die asiatische Küche werden jährlich geschätzte 70 Millionen Haie gefangen. Meist werden ihnen die Flossen noch auf den Schiffen bei lebendigem Leib abgeschnitten, bevor die verstümmelten Tiere als Abfall über Bord geworfen werden, wo sie qualvoll sterben. Zudem ist bekannt, dass oft Delfinfleisch an die Angelhaken gehängt wird. Die Organisation Ocean Care schätzt, dass allein in Peru jährlich 15’000 Delfine dafür getötet werden. https://www.oceancare.org/de/projekteundkampagnen/kampagnen/delphinjagdperu/

P.S. Der Schweizer Ständerat lehnte im Juni 2015 ein Importverbot für Haifischflossen ab.

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Tierliebe und Fleischkonsum – kein Widerspruch?

Viele Haustierhalter scheinen kein Problem damit zu haben, ihre Schützlinge zu vergöttern und gleichzeitig ohne schlechtes Gewissen billiges Fleisch zu kaufen. Die auf Abwege geratene Tierliebe zu den Heimtieren bis hin zu Schönheitswettbewerben von Qualzuchten auf der einen und der masslose Fleischkonsum aus Massentierhaltung auf der anderen Seite sind letztlich zwei Seiten derselben Medaille. Beide widerspiegeln die zunehmende Entfremdung der Menschen von der Natur.

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Über diesen ersten Rang freut sich kein Schwein?

Rang 1 auf der Beliebtheitsskala der Schweizer Fleischesser gehört dem Schwein. 23.66 kg (+0.8%) verzehrten sie davon 2014. Auf Rang 2 folgt Geflügel mit 11.92 kg (+4.3%). Dass die beliebtesten Fleischsorten ausgerechnet aus den problematischsten der Massentierhaltung stammen, ist kein Zufall. Jährlich über 2.6 Millionen Schweine und über 50 Millionen Hühner aus artgerechter Tierhaltung zu konsumieren wäre schlicht unmöglich.

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Gesundes Poulet?

Wie das Konsumenten-Magazin Saldo berichtet, sind Campylobacter-Bakterien im Pouletfleisch in der Schweiz ein Dauerproblem. Gründe: Massentierhaltung und mangelnde Hygiene in Schweizer Schlachthöfen. Der Durchfallerreger Campylobacter sitzt mindestens in jedem dritten frischen Poulet. Pro Jahr werden 7’000-8’500 Erkrankungen registriert, Tendenz steigend. 15% der Patienten müssen ins Spital eingeliefert werden. Schätzungen gehen allerdings von über 100’000 Erkrankungen aus, denn längst nicht alle gehen bei Durchfall zum Arzt. Eine Verbesserung der Situation ist nicht in Sicht. Schlachthöfe mit Hygieneproblemen können nicht gebüsst werden und mit Bakterien befallenes Pouletfleisch darf weiter verkauft werden.

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Wieder mal der Islam?

Im Januar 2016 verurteilte ein Gericht in Kairo die Schriftstellerin und Journalistin Fatima Naoot wegen Beleidigung der Religion zu drei Jahren Haft. Ihr Vergehen: sie bezeichnete die rituelle Schlachtung von Millionen Schafen zum Opferfest, einem der höchsten islamischen Feiertage, auf Facebook als „das grösste von Menschen begangene Massaker“. Das Berufungsurteil steht noch aus. Ein skandalöser Verstoss gegen die Meinungsfreiheit. Aber kein Grund für Islam-Bashing. Auch bei uns werden täglich Millionen von Tieren getötet. Ganz ohne religiösen Hintergrund.

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Einen ganzen Bauernhof aufessen? April, April?

Wieviele Tiere isst eine Schweizerin oder ein Schweizer in seinem Leben? Im Durchschnitt 1’188,5 Tiere, nämlich 33 Schweine, 720 Hühner, 8 Kühe, 6 Schafe, 25 Hasen, 4 Rehe, 2 Hirsche, 390 Fische und ein halbes Pferd. Einen stattlichen Bauernhof plus Hühnerfabrik und Fischzucht also. Leider kein Aprilscherz. (http://swissveg.ch/tierkonsum).

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