Tierisch vollautomatisch?

Das 1971 gegründete deutsche Familien-Unternehmen Tönnies Lebensmittel „befasst sich im Kerngeschäft mit der Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung von Schweinen, Sauen und Rindern.“ Gemäss Firmenwebsite wurden 2015 in der Tönnies-Gruppe 18.2 Millionen Schweine geschlachtet, davon 16.2 Millionen in Deutschland. Das sind über 80’000 Stück pro Arbeitstag. Nach eigenen Angaben hat Tönnies „durch die Einführung der vollautomatischen Zerlegung einen Quantensprung in der Qualitätsfleischgewinnung realisiert.“

Das vollautomatische Zerlegen eines soeben getöteten Lebewesens wird so kühl und distanziert geschildert, wie eine Produktionsfirma umgekehrt den Zusammenbau einer Maschine durch Roboter beschreiben würde:

Voraussetzung für die vollautomatische Zerlegung ist eine exakte Vermessung. Per Datentransfer aus der Schlachtung liegt in der automatischen Zerlegung ein kompletter Datensatz jedes einzelnen Schweines vor. In Verbindung mit der Vermessung der einzelnen Sektionen des Schlachttierkörpers werden die gewonnenen Daten zur Prozessoptimierung genutzt. Durch eine objektive Bewertung der einzelnen Teilstücke wird die Schnittführung bei der Zerlegung optimiert. Hocheffiziente Zerlegeergebnisse unter einzigartigen Hygienebedingungen sind das Resultat.“

Quelle: http://www.toennies.de/ueber-toennies/divisionen/division-meat.html (Zugriff am 23.1.2017)

Und was sagte Clemens Tönnies, Miteigentümer der Unternehmensgruppe Tönnies Lebensmittel zu seinem Verhältnis zu den Tieren? (im Interview mit Matthias Benirschke in den Aachener Nachrichten vom 9.4.2013 (zitiert aus Murken Christa, Animal Turn, S. 163)

Ich achte die Kreatur. Mit mir kriegt jeder Ärger, der auf der Jagd einen Hund schlägt.“

 

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