April2017

Mit Hundequälerei Millionen verdienen?

Mindestens 40 Millionen Euro wandern in Apulien jährlich unter dem Stichwort „Streunerhunde-Notstand“ in die Taschen einiger Profiteure. Das berichtet die Tierschutzorganisation CICTO (Internationale Koalition gegen die organisierte Hundequälerei in Italien). Sie spricht von einer flächendeckenden und organisierten betrügerischen Struktur, durch die Hundeheimbesitzer, Amtstierärzte, Bürgermeister und Lokalpolitiker sich gegenseitig die Taschen füllen. In den neunziger Jahren begann der italienische Staat per Gesetz, privaten Tierheim-Betreibern staatliche Subventionen von einem bis vier Euro pro Tag und Hund zu bezahlen. Ein grosses Geschäft. Denn in den so genannten „Tierheimen“ (Canile) sind etwa 60’000 Hunde eingekerkert. Das heisst, die Hundemafia verdient täglich zwischen 60’000 und über 200’000 Euro. In ganz Apulien gibt es über einhundert solcher Anlagen – oft alte Schlachthöfe oder Industrieareale in denen 50, 200, 500 oder auch 1200 Hunde eingepfercht werden. 50-70% der Hunde sind mehr oder weniger krank, haben aufgequollene Pfoten, Räude, Krebs oder Leishmaniose. In engen, stinkenden und verwahrlosten Boxen aus Beton oder in Käfigen vegetieren jeweils zwei bis sieben Hunde. Sie sehen nur Zement und Gitter und können ihre Boxen nie verlassen. Mit etwas Glück erscheint mal ein Arbeiter, der Kot wegspritzt und billigstes Trockenfutter dalässt. Zuwendung, Spielen, Spaziergänge oder soziale Kontakte gibt es für diese Hunde nicht. 24 Stunden täglich, 7 Tage die Woche und 365 Tage im Jahr nur Gebell, Gestank, Enge, Feuchtigkeit, Hitze im Sommer und Kälte im Winter. Und weil sie jeden Tag viel Geld vom Staat einbringen, werden diese Tiere sogar am Sterben gehindert. Die Hundehölle von Apulien ist eine Schande für Italien und Europa.

http://www.cicto.org/

Bärenfolter für die TCM (Traditionelle Chinesische Medizin)?

Mehr als 10‘000 Bären – hauptsächlich Kragenbären – vegetieren in China auf so genannten „Bärengallefarmen“ in engen Drahtkäfigen. Diese sind meist so klein, dass die Tiere sich weder umdrehen noch aufrecht stehen können. Manchmal werden schon Bärenjunge in Käfige gesperrt, die sie bis zu ihrem Tod nie wieder verlassen können. Bis zu 30 Jahren leben die Bären dann auf diese Weise eingepfercht. Die meisten von ihnen sind ausgehungert und dehydriert. Sie leiden unter verschiedenen Krankheiten und bösartigen Tumoren, an denen sie letztendlich sterben. Mittels Katheter wird den Bären regelmässig Galle abgezapft, die in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt wird. Obwohl es längst wirksame und kostengünstige pflanzliche und synthetische Alternativen gibt, werden die grausamen Praktiken weiter angewandt.
https://www.animalsasia.org/de/our-work/end-bear-bile-farming/

Mobile Tierquälerei?

Cyborgs (Cybernetic Organisms) sind Mischwesen aus lebendigem Organismus und Maschine. Menschen mit Herzschrittmachern, künstlichen Gliedmassen oder komplizierten Prothesen müssten also eigentlich als Cyborgs bezeichnet werden. „Ungefähr 10 Prozent der aktuellen Bevölkerung der USA sind vermutlich im technischen Sinn „Cyborgs““, schreibt N. Katherine Hayles im Cyborg Handbook.

Was auf diesem Gebiet heute bereits mit Tieren gemacht wird, zeigt das Beispiel der Cyborg-Kakerlake des Entwicklers Blackyard Brains. Aus einer Schabe wird ein Cyborg-Insekt, das per Smartphone gesteuert wird. Ein Anleitungsvideo zeigt, wie das funktioniert. Blackyard Brains liefert sowohl den Bastler-Baukasten wie auch die Schaben. Nachdem ein Tier zur Betäubung für etwa fünf Minuten in eiskaltes Wasser getaucht wurde, reibt man den Panzer am Kopf des Insekts mit einem Schleifpapier auf. Dort wird ein elektronisches Bauteil samt 4 Gramm schwerem Chip, Batterie und Drähten mit Kleber fixiert. Schliesslich werden die Drähte noch mit den Fühlern der Schabe verbunden, dem Körperteil, das sie braucht, um navigieren zu können. Auf diese Weise wird der Chip mit dem Nerv verbunden.

Frühestens nach zwei Stunden ist der „RoboRoach“ bereit zum Einsatz. Über den Draht werden elektrische Impulse an den Nerv versendet, die der Schabe vorgaukeln, sie wäre an einem Hindernis angestossen. Dadurch wechselt das Tier die Richtung. Der Nutzer bestimmt dabei die Frequenz, die Dauer der Stimulation und die Impulsbreite selbst. Übertragen werden diese Impulse per Smartphone-App. Ein Wischer auf dem Touchscreen reicht, um das Tier in die gewünschte Richtung zu bewegen.

Ein reines Spielzeug soll das System von Backyard Brains allerdings nicht sein. Mit der Zeit gewöhnt sich die Schabe an die Impulse, bis sie nach zwei bis sieben Tagen nicht mehr wirken. Und darin soll der Lerneffekt des Projekts liegen: Der Nutzer soll spielerisch die Funktionsweise des Gehirns kennen lernen. Wie schnell gewöhnt es sich an bestimmte Reize? Adaptiert das Insekt sein Verhalten schneller, wenn man eine bestimmte Frequenz verwendet? Daher betonen die Entwickler in ihrem Video auch, die Simulationstechnik sei der ähnlich, die auch für die Behandlung von Parkinson verwendet werde. Erschwingliche Projekte wie die „RoboRoach“ sollen das Interesse der breiten Masse an Neurowissenschaften wecken. „Es ist ein Bildungs-Baukasten, kein Spielzeug. Wir wollen, dass die Leute etwas über unser biologisches System lernen“, betonte Greg Gage, Mitgründer von Backyard Brains, gegenüber der „Time“. Wohin das alles führt, kann man sich heute kaum ausmalen. Zumal es natürlich nicht bei manipulierten Insekten bleiben wird. So sollen amerikanische Wissenschaftler seit rund zehn Jahren an einem Hai-Cyborg experimentieren. Lebende Haie sollen mit einem Rechner im Gehirn ferngesteuert werden, damit sie feindliche Gewässer ausspionieren können. Und bald sind bestimmt die Menschen dran.

http://www.focus.de/digital/multimedia/mobile-tierquaelerei-die-cyborg-kakerlake-mit-smartphone-steuerung_id_3694243.html

https://backyardbrains.com/products/roboroachBackpack

Darf man Ameisen und Käfer zertreten?

Käfer und Ameisen aus Spass zertreten? Man muss ja nicht gleich wie die indischen Jainisten beim Gehen einen Wedel vor sich hin- und herschwenken, um ja kein Tier zu töten. Aber absichtlich tottrampen, das geht nicht. Und sagt wohl einiges über den Charakter desjenigen aus, der das tut. Kinder sollten früh lernen, dass jedes Leben wertvoll ist.

P.S. „Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen“, sagte Arthur Schopenhauer (1788-1860). Hätte er vielleicht sagen müssen: Noch nicht?