Mai2017

Hoffnung für die Nutztiere aus dem Silicon Valley?

Nicht nur Laborfleisch macht derzeit Schlagzeilen, auch rein pflanzliche Hamburger sollen endlich wie Fleisch schmecken und bald für eine breite Kundschaft erschwinglich sein. Mehr als ein Dutzend Startups arbeiten in Kalifornien an Alternativen zur Fleischproduktion. Den Durchbruch zum echten Fleischgeschmack schaffte das Unternehmen „Impossible Foods“ durch die Entdeckung der Substanz „Häme“, die aus Knötchen der Sojawurzel gewonnen wird. Der „unmögliche Burger“ schmeckt und riecht wie Rindfleisch. Testesser geben ihm sieben bis neun von zehn möglichen Punkten. Nächstes Jahr soll er in mindestens 1’000 Restaurants serviert werden und auch im Detailhandel erhältlich sein. Er wird 75% weniger Wasser und 95% weniger Land von Rindern benötigen. Die Klimagase liegen 87% tiefer. Er enthält garantiert weder Antibiotika noch Hormone oder Cholesterin. Und er wird millionenfaches Tierleid verhindern.

Das ist erst der Anfang, die Entwicklung geht weiter: „Ich kann mit grosser Sicherheit sagen, dass wir in den kommenden fünf Jahren auch Fisch, Milch, Käse, Eier und andere Fleischsorten auf pflanzlicher Basis herstellen können“, sagt Pat Brown, der Chef von „Impossible Foods“.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/standardburger-ohne-rind/story/24096833

Mit diesen hoffnungsvollen Aussichten verabschiedet sich TIERLOS und macht mal Pause. Herzlichen Dank euch allen für euer Interesse, euer Mitgefühl und euer Engagement für die Rechte der Tiere.

Was soll diese Alibi-Übung?

Die Universität Zürich und die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) wollen wieder Versuche mit Rhesusaffen durchführen. Es handelt sich um Grundlagenforschung zur Hirnfunktion der Tiere, woraus allenfalls Hinweise für die Behandlung neuropsychiatrischer Störungen beim Menschen gewonnen werden könnten. Den Tieren werden Elektroden im Gehirn implantiert und eine Kopfhalterung am Schädel angebracht, die der Fixierung im sogenannten Primatenstuhl dient. Mit fixiertem Kopf werden die Affen dann gezwungen, jeden Tag während mehrerer Stunden Aufgaben an einem Bildschirm lösen – und dies über Monate bis Jahre hinweg. Für die richtige Lösung der Aufgaben erhalten die Tiere ein paar Tropfen Flüssigkeit. Um sie zur Kooperation am Experiment zu bewegen, werden sie vor dem Experiment konsequent durstig gehalten. Am Ende des Versuchs werden die Tiere getötet.

Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich hat diese schwerstbelastenden Versuche am 5. April 2017 definitiv bewilligt. Das Gericht stützt sich auf die Empfehlung der Tierversuchskommission, die das Gesuch der Universität und der ETH mit 7:4 Stimmen für bewilligungsfähig hielt. Kein Wunder, denn sieben der elf Kommissionsmitglieder werden von den Uni- und ETH Rektoraten vorgeschlagen. Nur drei Mitglieder der Kommission werden von Tierschutzorganisationen gestellt. Dieses krasse Ungleichgewicht wird noch dadurch verschärft, dass die drei Tierschutz-Kommissionsmitglieder das Urteil nicht an die höchste Instanz, das Bundesgericht, weiterziehen können. Dazu berechtigt wären nur die Forschenden selber sowie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Sieht so ein faires Verfahren aus?

https://www.tierimrecht.org/de/news/newsmeldungen-2017/2017-04-20-tir-kritisiert-bewilligung-fur-umstrittene-primatenversuche-scharf/

Ausgerechnet die „bösen“ Chinesen?

Um rund ein Drittel ist die Zahl der Afrikanischen Elefanten allein zwischen den Jahren 2007 und 2014 zurückgegangen. Beim ersten fast afrikaweiten Zensus der bedrohten Tiere kamen Forscher zuletzt nur noch auf rund 350’000 Elefanten in 18 afrikanischen Staaten. Wichtigster Grund für das Schrumpfen der Bestände ist die Wilderei, bei der die Tiere wegen ihres wertvollen Elfenbeins getötet werden. Besonders viel Elfenbein wird in China verkauft, wo es als Statussymbol gilt. Doch nun hat China angekündigt, den nationalen Markt für Elfenbein bis Ende 2017 komplett zu verbieten. Der WWF begrüsst die Entscheidung als Meilenstein für den Elefantenschutz. Schön, dass es zwischendurch auch wieder mal gute Nachrichten gibt.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/china-will-elfenbein-handel-verbieten-a-1128117.html

Zypern: Sonne, Meer und Leimruten

Das illegale Vogelmorden auf der bei Touristen so beliebten Sonneninsel Zypern hat gigantische Ausmasse. Allein zwischen April 2016 und Februar 2017 fielen den Wilderern rund 2,5 Millionen Vögel zum Opfer. (Diese Hochrechnung basiert auf auf den von Vogelschutzorganisationen dokumentierten Leimruten und Fangnetz-Vogelopfern). Darunter sind viele europaweit streng geschützte Zugvögel wie Mönchsgrasmücke, Pirol und Rotkehlchen, aber auch bedrohte Arten wie Nachtigall, Gartenrotschwanz und 35 weitere. Singvögel sind überwiegend nachts auf Vogelzug und geraten, angelockt durch elektronische Lockanlagen, in die teils riesigen Fangnetzanlagen. Tagsüber gehen die Zugvögel auf Insektenjagd. Dafür nutzen sie bevorzugt freie, gut anzufliegende Äste in Bäumen und Sträuchern. Die gut sichtbar ausgelegten Leimruten sind scheinbar ideale Ansitzplätze – eine fatale Einschätzung. Von den klebrigen Leimruten gibt es kein Entrinnen. Bei ihren verzweifelten Fluchtversuchen reissen sich die auf den Leim gegangenen Zugvögel ihre Federn aus, verteilen den Leim immer tiefer im Gefieder oder verschlucken ihn. Die Vogelopfer hängen dann meist stundenlang kopfüber in der prallen Sonne bis zur totalen Erschöpfung und einem langsamen qualvollen Tod. Noch lebende Singvögel werden von Vogelwilderen mittels eines Zahnstochers getötet, der durch den zwangsweise geöffneten Schnabel ins Vogelhirn gestossen wird. „Ambelopoulia“, die traditionelle Singvogel-Speise auf Zypern, steht meist nicht mehr auf der Speisekarte der Tavernen und Restaurants. Aber ein kleines Gespräch mit dem Wirt bringt in rund der Hälfte der Fälle einen Treffer, wie als Touristen getarnte Mitarbeiter von Vogelschutz-Organisationen berichten.

http://www.komitee.de/content/aktionen-und-projekte/zypern/vogelfang-auf-zypern