Zypern: Sonne, Meer und Leimruten

Das illegale Vogelmorden auf der bei Touristen so beliebten Sonneninsel Zypern hat gigantische Ausmasse. Allein zwischen April 2016 und Februar 2017 fielen den Wilderern rund 2,5 Millionen Vögel zum Opfer. (Diese Hochrechnung basiert auf auf den von Vogelschutzorganisationen dokumentierten Leimruten und Fangnetz-Vogelopfern). Darunter sind viele europaweit streng geschützte Zugvögel wie Mönchsgrasmücke, Pirol und Rotkehlchen, aber auch bedrohte Arten wie Nachtigall, Gartenrotschwanz und 35 weitere. Singvögel sind überwiegend nachts auf Vogelzug und geraten, angelockt durch elektronische Lockanlagen, in die teils riesigen Fangnetzanlagen. Tagsüber gehen die Zugvögel auf Insektenjagd. Dafür nutzen sie bevorzugt freie, gut anzufliegende Äste in Bäumen und Sträuchern. Die gut sichtbar ausgelegten Leimruten sind scheinbar ideale Ansitzplätze – eine fatale Einschätzung. Von den klebrigen Leimruten gibt es kein Entrinnen. Bei ihren verzweifelten Fluchtversuchen reissen sich die auf den Leim gegangenen Zugvögel ihre Federn aus, verteilen den Leim immer tiefer im Gefieder oder verschlucken ihn. Die Vogelopfer hängen dann meist stundenlang kopfüber in der prallen Sonne bis zur totalen Erschöpfung und einem langsamen qualvollen Tod. Noch lebende Singvögel werden von Vogelwilderen mittels eines Zahnstochers getötet, der durch den zwangsweise geöffneten Schnabel ins Vogelhirn gestossen wird. „Ambelopoulia“, die traditionelle Singvogel-Speise auf Zypern, steht meist nicht mehr auf der Speisekarte der Tavernen und Restaurants. Aber ein kleines Gespräch mit dem Wirt bringt in rund der Hälfte der Fälle einen Treffer, wie als Touristen getarnte Mitarbeiter von Vogelschutz-Organisationen berichten.

http://www.komitee.de/content/aktionen-und-projekte/zypern/vogelfang-auf-zypern

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