Wildtiere

Schiessen aus Liebe zur Natur?

Wären die Jäger so naturliebend wie sie immer beteuern, würden sie statt mit dem Gewehr mit Feldstecher oder Kamera in die Berge oder den Wald ziehen. Ehrlicher wäre es, zuzugeben, dass die Lust am Aufstöbern, Töten und Essen der Beute und das Aufhängen der Jagdtrophäen die Hauptmotivationen sind. Selbst dann ist die Jagd aber bei weitem nicht das Schlimmste, das wir den Tieren antun. Laut Eidgenössischer Jagdstatistik wurden 2014 insgesamt 68’988 Rothirsche, Rehe, Gämsen und Wildschweine erlegt. Eine ziemlich bescheidene Zahl, verglichen mit den 150’000 in der Schweiz geschlachteten Nutztieren – allerdings nicht pro Jahr, sondern pro Tag.

Am Dienstag: Ohne Jäger kein Wild?

Sind Wolf und Bär 100% böse?

Nein, nur 7%. Im Jahr 2011 starben auf Schweizer Alpen 4’221 Schafe an Krankheiten und Unfällen. Davon wurden gerade mal 294 von Grossraubtieren gerissen, also nur 7%. Herdenschutz und ständige Behirtung würden Schafe nicht nur vor Wölfen und Bären retten, sondern vor allem vor anderen Todesursachen.

Am Freitag: Darf man mit einem lachenden Schwein für eine Metzgete werben?

Mutterkühe oder Wölfe – wer ist gefährlicher?

Mutterkühe verletzen in der Schweiz 3 bis 5 Menschen pro Jahr. 2015 gab es in Graubünden sogar einen Todesfall. Beim Wolf sind keine Angriffe auf Menschen bekannt. In Italien, wo einige Hundert Wölfe leben, sind seit 1900 keine Angriffe auf Menschen dokumentiert.

Am Freitag: Darf man Mitleid mit Tieren haben, wenn es gerade jetzt so viel menschliches Leid gibt?

Darf man wild auf Wild sein?

Nun, echtes Wild ist wenigstens gesundes Fleisch von Tieren, die bis zum Tod ein freies (aber nicht unbedingt stressfreies) Leben führten. Doch Vorsicht: für so viel nachgefragtes Wild reicht die Beute der Schweizer Jäger nicht (und viele essen es lieber selber). Das meiste Wild stammt aus ausländischen Farmen. Was vielleicht immer noch tiergerechter ist als die Aufzucht in der Massentierhaltung in Hallen. Und was die Zahlen der hierzulande erlegten Tiere betrifft: Laut Eidg. Jagdstatistik wurden 2014 insgesamt 68’988 Rothirsche, Rehe, Gämsen und Wildschweine erlegt. Ziemlich bescheidene Zahlen, verglichen mit den 150’000 in der Schweiz geschlachteten Nutztieren – nicht pro Jahr, sondern pro Tag. Sich über die Jagd aufregen und gleichzeitig Fleisch aus Massentierhaltung kaufen, passt nicht gut zusammen.

Am Freitag: Ist der Hund ein Haustier oder ein Nutztier?