Sex and crime?

Erschreckend offene Bekenntnisse eines leidenschaftlichen Jägers: Paul Parin (1916-2009) war mehrfach ausgezeichneter Psychoanalytiker, Ethnologe, Schriftsteller und Ehrendoktor der Universität Klagenfurt. Und er ging zeitlebens auf die Jagd. In seinem Buch »Die Leidenschaft des Jägers« erzählt Parin eigene Erinnerungen und Geschichten über die Jagd. Ungeschminkt schreibt er über die Leidenschaft, die Passion, das Jagdfieber:
»Seit meinen ersten Jagdabenteuern weiß ich: Jagd eröffnet einen Freiraum für Verbrechen bis zum Mord und für sexuelle Lust, wann und wo immer gejagt wird. … Die wirkliche Jagd ist ohne vorsätzliche Tötung nicht zu haben. Leidenschaftlich Jagende wollen töten.
Jagd ohne Mord ist ein Begriff, der sich selber aufhebt… Und weil es sich um Leidenschaft, Gier, Wollust handelt – um ein Fieber eben – geht es in diesem Buch um sex and crime, um sexuelle Lust und Verbrechen jeder Art, um Mord und Lustmord.«

Einen deutlichen Vorgeschmack liefert bereits die erste Geschichte des Buches mit dem Titel »Der Haselhahn«: Parin erzählt von seinem Jagderlebnis als Dreizehnjähriger, bei dem er einen Haselhahn erlegt:
»Ich drücke ab, höre keinen Knall, spüre den Rückstoß nicht. Ich bin aufgesprungen, blind und taub stehe ich da. Eine unerträgliche Spannung, irgendwo im Unterleib, etwas muss geschehen. Plötzlich löst sich die Spannung, in lustvollen Stößen fließt es mir in die Hose, nein, es ist das, der wunderbare Samenerguss, der erste bei Bewusstsein. Ich stehe aufgerichtet, das Gewehr in der Linken, kann wieder hören und kann sehen. – Dort liegt die Beute, ein Haufen bunter Federn.«

Das letzte Kapitel seiner erschreckend offenen und teils verstörenden Jagd- und Sex-Bekenntnisse trägt den Titel „Ende einer Leidenschaft“. Spätestens hier hofft man als Leser, der Verstand des zweifellos sehr intelligenten Autors siege endlich über die Lust am Töten. Vergebens. Seit er im hohen Alter nicht mehr jagen und fischen könne, sei seine Jagdleidenschfaft erloschen, schreibt Parin. Keine Altersmilde oder Einsicht also, lediglich seine physischen Grenzen zwangen ihn dazu, aufzuhören. Noch im Alter von 79 Jahren kämpfte er während vierzig Minuten einen „spannenden Kampf“ mit einer Regenbogenforelle (die Forelle kämpfte während vierzig Minuten um ihr Leben), bis sie endlich aufgab. Als er den grossen Fisch gelandet hatte, „war die sexuelle Erregung wieder so heftig wie bei dem Dreizehnjährigen nach dem Schuss auf den Haselhahn.“

Parin weiss, dass es biologisch keine Rechtfertigung für die Jagd gibt. Folglich geht es bei der Jagd nicht um biologische oder ökologische Notwendigkeiten. So weist der Autor darauf hin, dass zwar alle erdenklichen Argumente dafür herhalten müssen, um die Jagd von jedem moralischen Makel freizusprechen. »Und doch ist die Jagd der einzige normale Fall, bei dem das Töten zum Vergnügen wird…«

Der spanische Philosoph José Ortega y Gasset hat dazu gesagt: Die größte Gefahr für das Bestehen der Jagd ist die Vernunft.

Parin Paul, Die Leidenschaft des Jägers, Europäische Verlagsanstalt/Sabine Groenewold Verlage, Hamburg 2003, ISBN 3-434-50561-X

http://www.abschaffung-der-jagd.de/fakten/sexcrime/index.html

Ohne Jäger kein Wild?

Einen dümmeren Spruch hat wohl noch selten jemand auf einen Autokleber gedruckt. Den Gegenbeweis liefert der Kanton Genf, der seit 1974 ein Jagdverbot für Hobby-Jäger kennt. Seit über vierzig Jahren gibt es dort kein Halali mit Jagdhörnern, kein Jägerlatein am Feuer und keine Jagdtrophäen mehr – alles kein Verlust für die Menschheit. Vor allem aber auch keine von Amateurjägern angeschossenen und verletzten Wildtiere. Aufgrund des hohen Jagddrucks im umliegenden Frankreich und Kanton Waadt suchen Wildtiere manchmal Asyl in Genf und schwimmen dazu sogar über die Rhône. Nun gibt es natürlich auch in Genf Wildschweinschäden an den Kulturen, allerdings in bescheidenem Rahmen. 2014 beliefen sie sich auf 17’830 Franken. Für die Dezimierung der Wildschweine durch professionelle Wildhüter wird rund eine Vollzeitstelle aufgewendet. In den letzten 10 Jahren wurden durchschnittlich 327 Wildschweine pro Jahr geschossen, 2014 waren es 176 Exemplare.

Die Genfer leben gut mit dem Jagdverbot. 2004 sprachen sich in einer Umfrage in der Bevölkerung knapp 90 % gegen eine Aufhebung des Jagdverbots aus. 2009 kam es im Kantonsrat zu einem Vorstoss zur Wiedereinführung der Jagd. Mit 71 zu 5 Stimmen bei 6 Enthaltungen wurde dem Ansinnen eine klare Abfuhr erteilt. Genf ist punkto Ökologie ein Pionier-Kanton: 10 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen gelten als ökologische Ausgleichsflächen für mehr Biodiversität. Davon profitieren auch Rebhühner, Greifvögel und Beutegreifer wie Marder und Fuchs.

P.S. Im Schweizer Nationalpark im Engadin wird sogar seit 100 Jahren nicht mehr gejagt und dort ist z. B. der Gämsenbestand seit 1920 konstant um die 1350 Stück. Auch der Fuchs wird nicht gejagt und entgegen den Prognosen aus Jägerkreisen ist keines seiner Beutetiere ausgestorben. Der Wechsel von Kuh- und Schafweiden zur Hirschweide führte zu einer komplett neuen Artenzusammensetzung der Vegetation und einer Verdoppelung der Artenvielfalt. Auch ohne Jagd habe es nicht plötzlich zu viele Füchse, Hasen oder Vögel, sagt Nationalparkdirektor und Wildbiologe Heinrich Haller. Die Erfahrung zeige, dass man die Natur sich selber überlassen könne.

https://wildbeimwild.com/2015/08/18/genf/

Optimistisch oder pessimistisch?

Soll man bezüglich unseres Umgangs mit den Tieren optimistisch sein oder ist das angesichts der traurigen Realität naiv? Soll man sich freuen am wachsenden Bewusstsein (auf tiefen Niveau und in unseren westlichen Gesellschaften), dass sich unser Verhältnis zu den Tieren grundlegend verändern und unsere Ausbeutung der Nutztiere aufhören muss? Oder muss man verzweifeln und pessimistisch sein ob der Gleichgültigkeit und fehlenden Empathie einer grossen Mehrheit der Menschen? Antonio Gramsci (1891-1937), italienischer Schriftsteller, Journalist und marxistischer Philosoph forderte einen „Pessimismus des Verstandes“ und einen „Optimismus des Willens“ (Gefängnishefte, H. 28, § 11, 2232 ). Vielleicht ein Motto für 2017 für die Menschen, die sich für die Rechte der Tiere einsetzen? Und für alle anderen Realisten?

 

Wessen Würde ist unantastbar?

Im Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes heisst es: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Und was ist mit der Würde der Tiere? Von ihr ist nirgends die Rede, auch nicht im deutschen Tierschutzgesetz. Im Schweizerischen Tierschutzgesetz hingegen ist gemäss Artikel 1 die Würde und das Wohlergehen des Tieres zu schützen. So weit, so gut. Doch bereits in Artikel 4, lit.b kommt der Hammer: Der Mensch muss zwar für das Wohlergehen des Tieres sorgen, jedoch nur „soweit es der Verwendungszweck“ zulässt. Will heissen: Unsere Hunde und Katzen sollen es gut haben. Und die Nutztiere? Für sie heiligt der Zweck die Mittel. Sie sollen, ihrem „Verwendungszweck“ entsprechend, der Krone der Schöpfung Eier, Milch, Wolle, die Haut, das Fell oder auch den eigenen Körper in Form von Fleisch liefern. Zirkustiere sollen uns gefälligst unterhalten, Labortiere wissenschaftliche Neugier befriedigen und auch für sinnlose Grundlagenforschung sterben (siehe letzter Beitrag). Und die männlichen Küken der aufs Eierlegen spezialisierten  Hühnerrassen? Pech gehabt, für euch Eintagsküken gibt es überhaupt keinen Verwendungszweck. Also lebend rein in den Shredder. Für alle „Nutztiere“ wird trotz schöner Worte im Tierschutzgesetz die Würde täglich mit Füssen getreten. Was bringen solche Gesetze eigentlich ausser eine Beruhigungspille für Menschen mit einem latent schlechten Gewissen?

Paragraph 1 des deutschen Tierschutzgesetzes lautet übrigens: „Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“ Zynischer geht’s kaum, wenn man weiss, was den „Mitgeschöpfen“ in der Massentierhaltung angetan wird.

Vor vielen Jahren schon sang Reinhard Mey sein bewegendes Lied „Die Würde des Schweins ist unantastbar“ (http://www.reinhard-mey.de/start/texte/alben/die-w%C3%BCrde-des-schweins-ist-unantastbar). Wie wahr. Aber es wird wohl noch lange dauern, bis die Vision der umfassenden Achtung der Würde aller Tiere endlich Realität wird. Trotzdem: es lohnt sich, dafür einzustehen. Herzlichen Dank allen, die dazu ihren Beitrag leisten.

P.S. Es werden wohl übers ganze Jahr gesehen nie so viele Tiere geschlachet wie für das kommende „Fest der Liebe.“

Mitfühlende Mäuse – gefühlskalte und herzlose Forscher?

Können Mäuse Mitgefühl zeigen? Gegen menschliche Neugier und Interesse am besseren Verständnis von Tieren ist natürlich nichts einzuwenden, im Gegenteil. Wohl aber gegen die Mittel, die Forscher einsetzen, um ihren Wissensdurst zu befriedigen. An der McGill Universität Montreal entdeckten sie tatsächlich Hinweise auf Mitgefühle bei den kleinen Nagern, wie Peter Wohlleben in seinem Buch „Das Seelenleben der Tiere“ berichtet. Und wie fanden sie das heraus? Sie quälten die Tiere, indem sie Säure in die Mäusepfoten injizierten oder diese auf heisse Platten drückten. Wenn die unter Schmerzen sich windende Maus einen Artgenossen beobachtete, der ähnliche Torturen erleiden musste, dann spürte sie den Schmerz wesentlich stärker, als wenn sie allein gequält wurde. Umgekehrt ertrug sie die Schmerzen leichter, wenn eine Maus dabei war, die nicht gequält wurde.

Während die Mäuse also echtes Mitgefühl mit ihren Artgenossen zeigten, spürten die eiskalt handelnden Forscher offenbar keinerlei Mitleid mit den gequälten Tieren. Der Prestigegewinn durch eine weitere publizierte Studie war ihnen wichtiger. (http://www.the-scientist.com/?articles.view/articleNo/24101/title/Mice-show-evidence-of-empathy/)

Weitere Müsterchen für buchstäblich kranke Grundlagenforschung an Tieren? Auch diese drei willkürlich ausgewählten Versuche wurden wie derjenige mit den mitfühlenden Mäusen in wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht (zitiert von der Website der Arbeitsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner AGSTG http://www.agstg.ch/fragen-und-antworten-zu-tierversuchen.html#faq-grundlagenforschung-tierversuche)

Müssen wir wirklich wissen, dass Fische, wenn man sie tagelang in einer künstlichen Schwerelosigkeit um ihre eigene Achse drehen lässt, seekrank werden und sich dauernd übergeben müssen?
Müssen wir wirklich wissen, wie sich ein durch 155 Dezibel (Lautstärke von Gewehrschüssen) verursachtes akutes Lärmtrauma auf Meerschweinchen auswirkt?
Oder müssen wir wirklich wissen, dass Silbermöwen nach 6-tägigem Futterentzug kläglich verhungern?

Zu solch abscheulichem und herzlosem Verhalten ist wohl nur die Krone der Schöpfung fähig.

Was haben wir mit den Tieren gemeinsam?

Haben nur Menschen eine Seele? Haben nur Menschen Verstand (den so genannten „gesunden Menschenverstand“ – es darf kurz gelacht werden…)?

Einer der ersten Tierrechtler, der britische Utilitarist Jeremy Bentham sagte es vor mehr als 200 Jahren so: „Der Tag könnte kommen, an dem die übrigen Kreaturen jene Rechte erlangen werden, die man ihnen nur von tyrannischer Hand vorenthalten konnte. Die Franzosen haben bereits entdeckt, dass die Schwärze der Haut kein Grund dafür ist, jemanden schutzlos der Laune eines Peinigers auszuliefern. Es mag der Tag kommen, da man erkennt, dass die Zahl der Beine, der Haarwuchs oder das Ende des Steissbeins gleichermassen unzureichende Gründe sind, ein fühlendes Lebewesen demselben Schicksal zu überlassen. Was sonst ist es, was hier die trennende Linie ziehen sollte? Ist es die Fähigkeit zu denken, oder vielleicht die Fähigkeit zu sprechen? Aber ein ausgewachsenes Pferd oder ein Hund sind unvergleichlich vernünftigere Lebewesen als ein Kind, das erst einen Tag, eine Woche oder selbst einen Monat alt ist. Aber selbst vorausgesetzt, sie wären anders, was würde das nützen? Die Frage ist nicht: können sie denken? oder: können sie sprechen?, sondern: können sie leiden?“
Jeremy Bentham (1748-1832): An Introduction to the Principles of Morals and Legislation, (1789)

Und der suspendierte Priester und Kirchenkritiker Eugen Drewermann sagt es so: „’Haben Tiere eine Seele und Gefühle?‘ kann nur fragen, wer über keine der beiden Eigenschaften verfügt.“

 

Hummer nur noch betäubt in den Kochtopf? Oder doch nicht?

200 Tonnen Hummer landen allein in der kleinen Schweiz jährlich auf Gourmet-Tellern. Bis sie dort sind, erleben sie wahre Torturen. Teils monatelang ohne Nahrung, mit abgebrochenen Fühlern und zugeklebten Scheren warten sie in Kühlboxen zusammengepfercht auf ihren langsamen Tod im siedenden Wasser. All das soll auch weiterhin erlaubt sein. Immerhin will der Entwurf für die Verordnungsänderung des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) das Leiden mindestens ein bisschen reduzieren: Die Hummer dürfen beim Transport nicht mehr direkt auf Eis gepackt und müssen im Wasser gehalten werden. Und sie sollen betäubt werden, bevor sie im siedenden Wasser sterben. Dies soll durch Elektroschocks möglich sein, was allerdings zusätzliche Technik in der Küche nötig macht. Das BLV sieht hier ein Schlupfloch vor: Wo die Betäubung nicht möglich sei, müsse alles Notwendige unternommen werden, um Schmerzen, Leiden und Angst auf ein Minimum zu reduzieren, heisst es im Entwurf. Diese Rücksicht ist verständlich, handelt es sich bei Hummer servierenden Restaurants doch meistens um finanziell schlecht dastehende Gassenküchen, die sich eine weitere Investition fürs Tierwohl kaum leisten können…

Konsequente Mönche?

Schon, aber man macht gerne Ausnahmen, wenn es etwas bringt. Die Mönchsrepublik auf dem heiligen Berg Athos in Griechenland ist für Frauen strikt verboten. Und nicht nur für sie: auch alle weiblichen Haustiere fallen unter das Verbot. Einzige Ausnahmen sind Katzen, die den Mönchen nach eigenem Bekunden durch die göttliche Vorsehung gegeben wurden, um Mäuse und Ratten zu bekämpfen.

Manche religiösen Regeln – auch solche, die Tiere betreffen – zeichnen sich nicht gerade durch Konsequenz und Logik aus. So darf an katholischen Fastentagen bekanntlich Fisch gegessen werden, weil sein Fleisch eben kein Fleisch ist. Der Klerus ging früher noch weiter und erlaubte an fleischfreien Tagen nebst Fisch auch den Genuss von Säugetieren wie Fischotter und Biber – weil auch sie vorwiegend im Wasser leben. Schon beeindruckend, wie kreativ der Mensch mit lästigen Vorschriften umzugehen weiss.

Hunderttausende Schweine lebend verbrüht?

Gemäss Bundesdrucksache 17/10021 (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/100/1710021.pdf) von 2012 lag die „Fehlbetäubungsrate“ bei der Schweineschlachtung in Deutschland bei der handgeführten elektrischen Betäubung zwischen 10.9% und 12.5%, bei automatischen Anlagen bei 3.3%. Nebst Fehlbetäubungen gibt es noch „Fehlentblutungen“ (Wiedererwachen der Tiere auf der Nachentblutestrecke). Diese Rate lag zwischen 0.4% und 2.5%. Dazu besagte Bundesdrucksache: Die erforderliche Qualität des Entblutestiches ist stark personenabhängig….. Bei sehr hohen Schlachtleistungen bleiben für den Entblutestich nur wenige Sekunden Zeit, ein Nachstechen ist kaum möglich.“ Insgesamt „zeigten durchschnittlich 0,1 bis 1 Prozent der Tiere, abhängig von Betäubungsverfahren und Personal, auf der Nachentblutestrecke unmittelbar vor der Brühung noch Reaktionen, welche auf Empfindungs- und Wahrnehmungsvermögen hindeuten.“

Was auf Amtsdeutsch ziemlich harmlos tönt, bedeutet nichts anderes, als dass allein in Deutschland jährlich Hunderttausende von Schweinen bei Bewusstsein und schwer traumatisiert erst beim Verbrühen qualvoll sterben.

Alle Menschen wünschen sich einen schmerzfreien, friedlichen Tod. Keinem der jährlich über 58 Millionen in Deutschland geschlachteten Schweine (Fleischatlas 2014) ist das vergönnt. Und für die Hunderttausenden von ihnen, deren Schicksal es ist, einem unqualifizierten oder nachlässigen Schlachter unters Messer zu kommen, ist es der blanke Horror.

Gibt es ein Tier, das die Chinesen nicht essen?

„Chinesen essen den Afrikanern die Esel weg“, lautete kürzlich eine Schlagzeile. Tatsächlich kaufen die Chinesen in grossem Umfang afrikanische Esel zum Verzehr. Im Niger wurden bis im Sommer dieses Jahres bereits 80’000 Esel an internationale Händler verkauft. Letztes Jahr waren es nur 27’000. Der Wert eines Esels stieg von gut 30 auf bis zu 150 Dollars. Und warum das alles? Weil China zu wenig eigene Esel hat, und weil Eselsfleisch in der Küche geschätzt wird. Aber nicht nur dort: Aus gekochter Eselshaut wird eine Gelatine gewonnen, die gegen Schlaflosigkeit, Husten und faltige Haut helfen und die Potenz steigern soll. Gibt es auch irgend ein Mittel gegen dummen Aberglauben?

http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/chinesen-essen-den-afrikanern-die-esel-weg/story/11072285